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Lumbalpunktion – Ablauf, Punktionskopfschmerzen und meine Erfahrungen

*Hinweis: Dieser Beitrag enthält persönliche Schilderungen über eine Lumbalpunktion und starke Punktionskopfschmerzen. Falls du selbst ähnliche Erfahrungen gemacht hast, könnten einzelne Abschnitte Erinnerungen oder Gefühle an diese Zeit hervorrufen/triggern.


Ich habe lange überlegt, ob ich hierzu einen Beitrag verfasse, da er schon sehr persönlich auch werden wird und ich leider bei dieser Diagnostik nicht nur gute Erfahrungen gemacht habe. Doch habe ich mich, doch hierzu entschieden einen Beitrag zu schreiben .... Über meine Lumbalpunktion zu schreiben, fällt mir nicht ganz leicht. Die Untersuchung war für mich mit Sorgen, Unsicherheit und später auch mit einigen unerwarteten Problemen verbunden.

Dennoch halte ich es für wichtig, offen darüber zu sprechen. Erfahrungsberichte können anderen Menschen helfen, sich besser auf eine Untersuchung vorzubereiten und zu wissen, dass sie mit ihren Fragen oder Beschwerden nicht allein sind.

In diesem Beitrag beschreibe ich sowohl die medizinischen Grundlagen als auch meine persönlichen Erlebnisse – ehrlich, aber ohne zu dramatisieren. Denn auch wenn meine Erfahrungen nicht besonders positiv waren, bedeutet das nicht, dass andere Menschen dieselben Probleme erleben müssen, wie ich.


Mein Überblick über den heutigen Beitrag:


  1. Was ist eine Lumbalpunktion?

Mit dem Wort „Lumbalpunktion“ können viele Menschen erstmal gar nichts anfangen, so ging es mir auch, als mir das erste Mal davon erzählt wurde. Tatsächlich steckt hinter dem komplizierten Begriff jedoch eine Untersuchung, die in der Neurologie häufig durchgeführt wird.

Bei einer Lumbalpunktion entnimmt ein Arzt mithilfe einer dünnen Nadel etwas Nervenwasser aus dem Bereich der unteren Lendenwirbelsäule. Dieses Nervenwasser, auch Liquor genannt, umgibt Gehirn und Rückenmark. Durch die Entnahme einer kleinen Menge Liquor können Ärzte Rückschlüsse auf verschiedene Erkrankungen des zentralen Nervensystems ziehen. Dazu gehören unter anderem bakterielle oder virale Hirnhautentzündungen, Multiple Sklerose, bestimmte Autoimmunerkrankungen, seltene Schlaferkrankungen sowie Blutungen im Gehirn.

Neben diagnostischen Zwecken kann eine Lumbalpunktion in einigen Fällen auch therapeutisch eingesetzt werden, beispielsweise zur Messung des Liquordrucks oder zur Verabreichung bestimmter Medikamente.


  1. Warum ich eine Lumbalpunktion bekommen habe?

Wie schon oben erwähnt wird eine Lumbalpunktion in den meisten Fällen durchgeführt, um eine gesicherte Diagnose einer Erkrankung zu erhalten - also diagnostisch. Vielen ist bekannt dass bei einer MS oft wird eine Lumbalpunktion durchgeführt wird, um eine gesicherte Diagnose dieser Erkrankung zu erhalten. Typischerweise sucht man dabei nach sogenannten oligoklonalen Banden (spezifische Antikörper). Dies hilft dem Arzt, die MS sicher zu diagnostizieren und andere Erkrankungen auszuschließen. Aber auch bei vielen weiteren Erkrankungen kann eine diagnostische Lumbalpunktion zielführend sein oder zu weiteren Erkenntnissen führen. Ich habe ja schon häufiger auf meinem Blog erwähnt, dass ich unter einer Schlaferkrankung leide. Bei Verdacht auf Narkolepsie (insbesondere Typ 1) dient die Lumbalpunktion dazu, die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) zu entnehmen und auf das Hormon Hypocretin (auch Orexin genannt) zu untersuchen. Ein erniedrigter oder nicht nachweisbarer Hypocretinwert werist darauf hin, dass eine Narkolepsie Typ 1 vorliegt. Bei einem normalen oder erhöhtem Wert des Orexin kann man die Narkolepsie Typ1 ausschließen, allerdings nicht Narkolepsie Typ 2 und Hypersomnie. So war es auch bei mir. Mit diesem Ergebnis konnte man eindeutig Narkolepsie Typ 1 ausschließen. Doch ob es nun eine idiopathische Hypersomnie, eine Narkolepsie Typ 2 oder ein Klein-Levin-Syndrom ist, weiß man bis heute nicht so genau. Denn dahingehend hilft die diagnostische Lumbalpunktion nicht - sie dient nur dazu bei einer Schlaferkrankung, um eine Narkolepsie Typ I auszuschließen oder festzustellen.

  1. Der eigentliche Eingriff

    Für die Lumbalpunktion musste ich im Sitzen Platz nehmen und meinen Rücken so weit wie möglich krümmen, sodass ein deutlicher Katzenbuckel entstand. Diese Haltung hilft dabei, die Wirbelzwischenräume zu vergrößern und erleichtert das Einführen der Punktionsnadel in den unteren Rücken.

    Als die Nadel eingestochen wurde, spürte ich sofort einen plötzlich einschießenden Schmerz. Es fühlte sich an, als würde ein Blitz durch mein rechtes Bein fahren – vom Fuß über das Bein bis hinauf ins Gesäß. Direkt danach begann das rechte Bein stark zu kribbeln. Nach kurzer Zeit trat dieses Kribbeln auch im linken Bein auf. Obwohl dieses Gefühl zunächst erschreckend war, erklärte man mir, dass solche Missempfindungen während einer Lumbalpunktion auftreten können, wenn ein Nerv gereizt wird.

    Nachdem die Lumbalpunktion abgeschlossen war, durfte ich mich wieder hinlegen. Anschließend erhielt ich über einen Venenzugang Eisen sowie eine Natriumchlorid-Infusion. Während diese einliefen, konnte ich mich ausruhen und mich langsam von dem Eingriff erholen; doch das unangenehme kribbeln blieb, wurde sogar mit der Zeit intensiver.

  1. Die Zeit nach der Punktion

    Der Tag der Lumbalpunktion verlief zunächst unauffällig. Bis auf ein Kribbeln in beiden Beinen nach dem Eingriff hatte ich keine größeren Beschwerden. Zu Hause fühlte ich mich lediglich erschöpft und ging früh schlafen.

    Etwa einen Tag später traten jedoch starke Punktionskopfschmerzen auf. Sie waren so ausgeprägt, dass ich kaum aufstehen oder sitzen konnte. Im Liegen wurden die Schmerzen etwas besser, beim Aufrichten kehrten sie jedoch sofort zurück. Zusätzlich litt ich unter Schwindel, Übelkeit und anhaltendem Kribbeln in den Beinen. Weder Schmerzmittel noch mein Migränemedikament Sumatriptan konnten die Beschwerden ausreichend lindern. Lediglich Kaffee verschaffte mir kurzfristig etwas Erleichterung.

    Da sich mein Zustand am folgenden Tag weiter verschlechterte und die Schmerzen kaum noch auszuhalten waren, wurde ich mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Dort erhielt ich starke Schmerzmedikamente und mehrere Infusionen. Ich blieb über das Wochenende stationär, bis sich mein Zustand langsam stabilisierte. Auch nach der Entlassung war ich noch mehr als eine Woche krankgeschrieben und benötigte viel Ruhe, bevor ich meinen Alltag wieder aufnehmen konnte.

    Rückblickend war diese Zeit die belastendste Phase meiner gesamten Behandlung. Jedoch muss nicht bei jeder Person so stasrke Nebenwirkungen auftreten. Es kann bei dir auch ganz anders verlaufen. Zudem gibt es Personen, die diese starken Schmerzen nur für 1-2 Tage verspühren andere länger, ggf. auch noch länger als bei mir. Wie gesagt dies kann sehr individuell sein.

  1. Punktionskopfschmerzen – mehr als nur Kopfschmerzen?

    Vor dem Eingriff wurde ich ausführlich über mögliche Komplikationen aufgeklärt. Dabei erfuhr ich auch, dass Punktionskopfschmerzen häufiger bei jüngeren Menschen, insbesondere bei Frauen mit einer schlanken Statur und niedrigem Körpergewicht, auftreten können. Genau dieses Risikoprofil traf auf mich zu. Dennoch konnte ich mir nicht vorstellen, wie belastend diese Nebenwirkung tatsächlich sein würde.

    Die ersten Beschwerden traten bei mir etwa einen Tag nach der Lumbalpunktion auf. Typisch für Punktionskopfschmerzen war, dass sie sich beim Sitzen oder Stehen innerhalb weniger Sekunden massiv verstärkten und im Liegen wieder nachließen. Ursache dafür ist meist ein anhaltender Austritt von Liquor an der Einstichstelle, wodurch sich der Druck des Nervenwassers verändert.

    Die Schmerzen waren für mich schlimmer als jeder Spannungskopfschmerz und sogar stärker als eine Migräne. Sie waren so intensiv, dass ich meinen Alltag kaum noch bewältigen konnte. Jeder Gang zur Toilette, jede Mahlzeit und selbst das kurze Aufstehen wurden zu einer großen Herausforderung. Die Beschwerden hielten bei mir über eine Woche an und beeinträchtigten mein Leben erheblich. Trotz der vorherigen Aufklärung hatte ich nie erwartet, dass Punktionskopfschmerzen eine solche Intensität erreichen können. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass selbst seltenere Komplikationen einer Lumbalpunktion für Betroffene eine enorme körperliche und psychische Belastung darstellen können.


  1. Wie stark die Beschwerden meinen Alltag beeinflusst haben?

    In ausgewählten Quellen kann man lesen, dass Beschwerden nach einer Lumbalpunktion den Alltag stark einschränken können und ja dies kann ich für meinen Fall auch bestätigen. Auch hatte ich mir im Internet andere Erfahrungsberichte durchgelesen; denen es auch so ging. Wie schon oben beschrieben, taten die Schmerzen im liegen deutlich nach, so ging für mich in der ersten Zeit kaum etwas und ich lag eigentlich nur, um es einigermaßen aushalten zu können. Ein "normaler" Alltag, also mit Haushalt, Einkaufen, Freunde treffen oder auch arbeiten war für mich unter diesen Umständen nicht möglich gewesen, Am Anfang gar nicht mit den Tagen konnte ich wenigstens dann wieder ein paar Stunden zurück ins Leben, also wenigstens einkaufen gehen pder mal eine kleine Runde spazieren gehen oder essen kochen, doch mehr war auch nicht drin. Doch kann sich dies natürlich auch wieder bei jeder Person anders gestalten und kann der eine mehr oder weniger seinen Alltag nach diesen Eingriff bestreiten.

  1. Persönliches Fazit

Rückblickend war die Lumbalpunktion für mich deutlich belastender, als ich es mir jemals hätte vorstellen können. Der eigentliche Eingriff war schnell vorbei, doch die Tage danach mit den starken Punktionskopfschmerzen, dem Schwindel und der Übelkeit waren für mich die größte Herausforderung. Diese Erfahrung wünsche ich niemandem.

Trotzdem ist mir wichtig zu betonen, dass dies meine ganz persönliche Geschichte ist. Jeder Mensch reagiert anders auf eine Lumbalpunktion. Während manche überhaupt keine Beschwerden haben oder nur leichte Kopfschmerzen verspüren, können die Beschwerden bei anderen stärker ausfallen. Wie der Körper reagiert, lässt sich vorher nicht sicher vorhersagen.

Vor der Untersuchung wurde ich ausführlich über den Ablauf und mögliche Risiken aufgeklärt. Dazu gehören auch mögliche Nebenwirkungen wie Punktionskopfschmerzen. Auch wenn ich nicht damit gerechnet hatte, dass sie bei mir so ausgeprägt sein würden, gehört eine solche Aufklärung zu einer guten medizinischen Behandlung.

Trotz meiner Erfahrungen würde ich die Bedeutung der Lumbalpunktion niemals infrage stellen. Sie ist eine wichtige diagnostische Untersuchung und kann entscheidend dazu beitragen, Erkrankungen zu erkennen, auszuschließen oder die passende Behandlung einzuleiten. In meinem Fall half sie dabei, eine Narkolepsie Typ 1 sicher auszuschließen – und allein diese wichtige Erkenntnis war medizinisch von großer Bedeutung.

Hast Du schon Erfahrungen mit einer Lumbalpunktion gemacht oder kennst Du jemanden der dies schon mal machen musste? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? - Teile diese gerne mit uns!


Meine Quellen:



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2 Kommentare


Frank
vor 4 Stunden

Hallo Edeline!


Erinnerungen werden wach, Februar 1990 war meine mit dramatischen Folgen. 9 Monate Dauerkopfschmerz und völlig am Boden. Sorry, komplett habe ich aus persönlichen Gründen, deinen Artikel nicht gelesen.


Liebe Grüße Frank

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ede-line
ede-line
vor 38 Minuten
Antwort an

Hallo Frank,

es freut mich dass Du mal wieder vorbei geschaut hast und mir ein Kommentar da lässt. Das tut mir leid, dass Du auch eher solche negativen Erfahrungen machen musstest und damit auch noch solange zu kämpfen hattest. Alles gut, dass ist kein Problem, dass kann ich gut nachvollziehen. Es viel meir auch schwer darüber zu schreiben, aber es ist auch wichtig aufzuklären, auch über Erfahrungen, die auch weniger schön sind. Ich habe noch einen kleinen Hinweis mitangefügt, da es ja schon etwas belastend seien kann, Danke Dir! LG Edeline

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