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Warum eine Lichttherapie?

vor 11 Minuten
7 Min. Lesezeit

Seit diesem Jahr tue ich selbst regelmäßig am Morgen eine Lichttherapie durchführen. 

Mein Tag beginnt nicht nur mit einem Glas Wasser und meinen Medikamenten sowie einen Kaffee, sondern auch mit einer Tageslichtlampe - ein künstliches Licht, das mich an leuchtet, um mich wacher und mit mehr Energie in den Tag zu starten.

Doch warum mache ich überhaupt eine Lichttherapie?  Für wen ist sie geeignet und hilfreich? Sowie wer sollte eher darauf verzichten? - Darum soll es in meinem heutigen Beitrag gehen.

Warum eine Lichttherapie?
Warum eine Lichttherapie?

Mein Überblick über den heutigen Beitrag:

1. Warum ist Licht für uns und unseren Körper so wichtig?

Licht beeinflusst unseren Körper auf vielfältige Weise – und das, obwohl wir es oft nur mit dem Sehen verbinden. Es kann beispielsweise eine Rolle dabei spielen, wie viel Melatonin oder Serotonin unser Körper bildet. Dadurch kann Licht auch Auswirkungen auf unseren Schlaf und unsere Stimmung haben.

Besonders wichtig ist Licht für unsere innere Uhr. Unser Körper nutzt die Helligkeit der Umgebung als Orientierung und kann dadurch besser zwischen Tag und Nacht unterscheiden. Vereinfacht gesagt: Licht am richtigen Zeitpunkt hilft unserer inneren Uhr dabei, im Takt zu bleiben.

Dabei sind bestimmte lichtempfindliche Zellen in unseren Augen besonders wichtig. Vor allem Licht aus dem blauen Bereich spielt hier eine Rolle. Es wirkt auf das Pigment Melanopsin, das an der Steuerung unserer inneren Uhr beteiligt ist. Deshalb kann die Art und der Zeitpunkt, zu dem wir Licht ausgesetzt sind, für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus von Bedeutung sein.

2. Welche positive Auswirkungen hat Sonnenlicht auf unseren Körper?

Wer mag es nicht, wenn die Sonne scheint - dann fühlt man sich gleich wohler und freut sich. Kein Wunder unser Sonnenlicht hat ja auch viele positive Effekte auf unseren Körper und unsere Psyche:


  • unterstützt die Wundheilung

  • untersützt das Herz-Kreislaufsystem

  • fördert die Regeneration

  • verbessert das Immunsystem

  • kann den Blutzucker reduzieren

  • steigert die körperliche & geistliche Leistungsfähigkeit

  • verbessert den Abbau von Stresshormonen

  • fördert die Produktion von Geschlechtshormonen

  • wirkt sich positiv auf unsere Psyche aus

  • verringert das Diabetesrisiko

  • reduziert Entzündungen

  • verbessert die Regulation des vegetativen Nervensystems

  • Verbesserung des Mineralienhaushalt & des Knochenstoffwechsels

  • wirkt präventiv gegen viele Krebsarten

  • kann Depressionen, MS, Hautkrankheiten, GIcht, Rheuma & viele andere Erkrankungen lindern

3. Was ist eine Lichttherapie/Tageslichtlampe?

Bei der Lichttherapie wird die Wirkung verschiedener Lichtformen auf den Körper genutzt. Die klassische Lichttherapie erfolgt durch die Bestrahlung mit hellem Licht, das dem Tageslicht nachempfunden ist, jedoch keine UV-Strahlung enthält.

Therapeuten setzen die Lichttherapie beispielsweise als Unterstützung einer medikamentösen oder psychotherapeutischen Behandlung bei saisonal abhängigen Depressionen ein. Zudem kann sie auch bei einigen Hauterkrankungen als Behandlungsmethode positive Effekte erzielen.

Warum eine Lichttherapie?
Warum eine Lichttherapie?

Für eine Lichttherapie braucht es eine spezielle Tageslichtlampe, um die Therapie durchzuführen können. Das Licht dieser Lampe ähnelt unserem Tageslicht und ist von der Wirkung fast genauso intensiv.

Die Lampen sind deutlich heller als die normale Beleuchtung zu Hause. Während eine Wohnraumbeleuchtung meist gerade einmal 100 bis 300 Lux erreicht, arbeiten Lichttherapielampen häufig mit mehr als 10.000 Lux.

Bei der Auswahl einer solchen Lampe sollte man allerdings nicht nur auf die Helligkeit schauen. Wichtig ist auch, dass das Gerät für die Anwendung geeignet und sicher für die Augen ist. Es sollte beispielsweise keine UV- oder Infrarotstrahlung abgeben. Entsprechende Angaben finden sich normalerweise in den Informationen des Herstellers.

Eine Tageslichtlampe ist leider noch keine Kassenleistung, trotzdem sie immer häufiger als Behandlungsmethode eingesetzt wird. Sie gilt leider immer noch nicht als ein medizinisches Hilfsmittel und somit müssen die Kosten vom Patienten selbst getragen werden. Leider sind hochwertigere Tageslichtleuchten natürlich auch preisintensiver.

4. Warum werden Lichttherapien eingesetzt und für wen sind sie hilfreich?

Unser Körper orientiert sich bei seinem täglichen Rhythmus stark am Licht. Wird es dauerhaft zu dunkel oder wechseln die Schlafzeiten häufig, kann die innere Uhr aus dem Takt geraten. Genau hier kann eine gezielt eingesetzte Lichttherapie ansetzen.

Besonders bekannt ist die Anwendung bei der saisonal abhängigen Depression (SAD), die häufig als Winterdepression bezeichnet wird. In der dunklen Jahreszeit können Betroffene unter anderem mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit und einem stärkeren Schlafbedürfnis zu kämpfen haben. Für diese Form der Depression ist die Lichttherapie eine anerkannte Behandlungsmöglichkeit.Auch bei Depressionen, die nicht mit der Jahreszeit zusammenhängen, kann Lichttherapie unter bestimmten Umständen unterstützend eingesetzt werden. Sie kann eine bestehende Behandlung ergänzen, ersetzt diese aber nicht grundsätzlich.

Aber auch in anderen Situationen kann Licht eine Rolle spielen. Nach einem Langstreckenflug muss sich die innere Uhr erst an die neue Zeitzone gewöhnen. Ähnlich kann es bei der Zeitumstellung oder bei wechselnden Arbeitszeiten im Schichtdienst sein. Richtig eingesetzt, kann helles Licht dabei helfen, den Körper an einen veränderten Rhythmus zu gewöhnen.

Auch bei bestimmten Schlaf-Wach-Erkrankungen wird Licht als Teil eines Behandlungskonzepts eingesetzt. Dazu gehören die zirkadiane Rhythmusstörung aber auch  bestimmte Formen der Hypersomnie oder Narkolepsie. Hier sollte die Anwendung allerdings immer individuell abgestimmt werden. Hier sollte die Anwendung jedoch individuell mit einem Somnologen (Schlafmedizinier) abgestimmt werden. 

Eine Lichttherapie gibt es übrigens nicht nur im Bereich von Schlaf und Psyche. Auch bei verschiedenen Hauterkrankungen kommen medizinische Lichtbehandlungen zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise Schuppenflechte, Neurodermitis und Vitiligo. Dabei handelt es sich jedoch um spezielle UV-Behandlungen, die sich deutlich von einer herkömmlichen Tageslichtlampe unterscheiden und medizinisch überwacht werden sollten.

Lichttherapie kann also in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden. Entscheidend ist dabei immer, welches Licht in welcher Stärke, zu welchem Zeitpunkt und für welches gesundheitliche Problem verwendet wird.

5. Wer sollte aus gesundheitlichen Gründen eher auf eine Lichttherapie verzichten?

So wohltuend Licht sein kann, eine Lichttherapie ist nicht automatisch für jeden geeignet. Wer bestimmte Erkrankungen hat oder Medikamente einnimmt, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen, sollte vor der Anwendung sicherheitshalber ärztlichen Rat einholen.

Das gilt zum Beispiel bei einer besonders lichtempfindlichen Haut. Auch einige Medikamente können die Haut empfindlicher gegenüber Licht machen – dazu zählen unter anderem bestimmte Antibiotika, entzündungshemmende Medikamente und hoch dosierte Johanniskrautpräparate.

Auch bestehende Augenerkrankungen sollten berücksichtigt werden, u.a. der grüne Star (Glaukom), der graue Star (Katarakt) oder Erkrankungen der Netzhaut. Eine Lichttherapie kann, dadurch sie für die Allgemeinheit erhältlich sind, einfach so durchgeführt werden, doch ist es immer besser, gerade auch unter solchen Umständen vor einer Behandlung sichmit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen.

6. Praktische Tipps für die Nutzung

Lichttherapie kann bei bestimmten Beschwerden eine sinnvolle Unterstützung sein. Trotzdem sollte man sie nicht einfach auf eigene Faust beginnen, wenn gesundheitliche Besonderheiten bestehen. Im Zweifel ist es sinnvoll, vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin darüber zu sprechen.

Auch bei gesunden Augen gilt: Eine Lichttherapielampe ist sehr hell und sollte nicht über längere Zeit aus kurzer Entfernung direkt angeschaut werden. Je nach Gerät gibt es unterschiedliche Empfehlungen zur Entfernung und zur täglichen Anwendungsdauer. Deshalb sollte man sich immer an die Angaben des Herstellers halten.


Damit die Lichttherapie im Alltag gut funktioniert, können folgende Tipps helfen:

  • Auf den richtigen Zeitpunkt achten: Bei Schlafproblemen wird die Anwendung meist morgens empfohlen. Wann die beste Zeit ist, hängt allerdings vom persönlichen Schlaf-Wach-Rhythmus und vom jeweiligen Ziel der Lichttherapie ab.

  • Den richtigen Abstand einhalten: Die Lampe sollte so aufgestellt werden, wie es der Hersteller empfiehlt. Schon der Abstand kann beeinflussen, wie viel Licht tatsächlich bei den Augen ankommt.

  • Nicht direkt hineinschauen: Die Augen sollten geöffnet sein, aber man muss nicht ständig direkt in die Lichtquelle blicken. Die Lampe kann beispielsweise seitlich auf dem Schreibtisch stehen.

  • Langsam an die Anwendung gewöhnen: Gerade am Anfang kann das helle Licht ungewohnt sein. Bei Beschwerden oder unangenehmen Reaktionen sollte die Anwendung unterbrochen und gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden.

  • Regelmäßig anwenden: Eine Lichttherapie wirkt nicht unbedingt nach einer einzigen Anwendung. Häufig kommt es auf eine regelmäßige Anwendung über einen bestimmten Zeitraum an.

  • Auf die Qualität der Lampe achten: Nicht jede helle Lampe eignet sich automatisch für eine Lichttherapie. Wichtig sind unter anderem Angaben zur Lichtstärke und zur Sicherheit des Geräts.

  • Den Herstellerangaben folgen: Bei der Anwendung können sich die Empfehlungen je nach Gerät unterscheiden. Deshalb sollte man die Gebrauchsanweisung vor der ersten Nutzung lesen

7. Warum mache ich eine Lichttherapie & wie hilft sie mir?

Bei mir wurde die Lichttherapie aufgrund meiner Schlafstörung empfohlen. Wie schon öfters in meinen Beitrögen erwähnt, lebe ich  mit Narkolepsie Typ 2 DD: zur idiopathischen Hypersomnie und bin deshalb in schlafmedizinischer und neurologischer Behandlung. Bei den vielen Untersuchungen zur Diagnosenfindung, die ich durchlaufen habe,  wurde bei mir in einer Untersuchung außerdem festgestellt, dass mein Körper auch tagsüber noch vergleichsweise viel Melatonin ausschüttet. Da Melatonin normalerweise vor allem in der Dunkelheit gebildet wird und unserem Körper signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist, lag die Vermutung nahe, dass das bei mir auch zu meiner ausgeprägten Müdigkeit am Tag beitragen könnte sowie mich auch früh langsamer in den Tag starten klässt als normal.  

Sowohl mein Schlafmediziner als auch mein Neurologin und mein Hausarzt haben mir zur Lichttherapie geraten.

Seit diesem Jahr gehört die Lichttherapie deshalb zu meinem Alltag und ist für mich ein wichtiges und funktionales Element in meinem Leben geworden. Bei mir merke ich vor allem morgens einen Unterschied: Ich komme leichter in Gang und meine ausgeprägte Schlaftrunkenheit hält nicht mehr so lange an. Gerade in den ersten Stunden nach dem Aufstehen fühle ich mich durch die Lichttherapie wacher und leistungsfähiger. Für mich ist sie deshalb zu einer hilfreichen Unterstützung geworden, um morgens besser in den Tag zu starten.


Meine Quellen:


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